Laserbohren

Der Laserstrahl erzeugt berührungslos feinste bis größere Löcher in Metallen, Kunststoffen, Papier und in Steinen

Zu den ersten Anwendungen gehörte in den 1960er Jahren das Bohren von Uhrsteinen, auf denen die Mechanik von Uhren gelagert ist, und das Bohren von Diamantziehsteinen, mit denen Metalldrähte gezogen werden. Später kam das Bohren von Turbinenschaufeln für Flugzeugtriebwerke hinzu. Seit dem Ende der 1990er Jahre entstehen neue Anwendungen, wie das Bohren von Einspritzdüsen für Motoren oder das Perforieren von Verpackungsfolien.

Das Prinzip des Laserbohrens: Der Laser schmilzt und verdampft das Material. Der Dampfdruck treibt die Schmelze aus dem Loch
+ Das Prinzip des Laserbohrens: Der Laser schmilzt und verdampft das Material. Der Dampfdruck treibt die Schmelze aus dem Loch
Ein kurzer Laserpuls mit hoher Leistungsdichte bringt beim Bohren die Energie in sehr kurzer Zeit in das Werkstück. Dadurch schmilzt und verdampft das Material. Je größer die Pulsenergie ist, desto mehr Material schmilzt und verdampft. Beim Verdampfen vergrößert sich das Materialvolumen im Bohrloch schlagartig, und ein hoher Druck entsteht. Der Dampfdruck treibt das aufgeschmolzene Material aus dem Bohrloch. Spritzer und Dampf schießen nach oben in Richtung Bearbeitungsoptik. Wenn der Laserstrahl das Werkstück vollständig durchbohrt, treten sie auch nach unten aus. Damit die Bearbeitungsoptik nicht beschädigt wird, sorgen Maschinenhersteller für einen großen Abstand zwischen Optik und Werkstück. Ein koaxialer Gasstrom kann zusätzlich eingesetzt werden, um Spritzer von der Optik fernzuhalten.
 
Laserbohren eines Pleuels. Durch die Bohrung gelangen später Schmierstoffe auf die Lauffläche.
+ Laserbohren eines Pleuels. Durch die Bohrung gelangen später Schmierstoffe auf die Lauffläche.

Bohrverfahren

Im Laufe der Zeit haben sich aus dem Grundprinzip mehrere Bohrverfahren entwickelt: Einzelpuls und Perkussionsbohren sowie Trepanieren und Helixbohren. Welches Bohrverfahren eingesetzt wird, hängt von den Anforderungen an die Geometrie und die Qualität der Bohrung sowie von vorgegebenen Taktzeiten ab. Einzelpulsbohren wird eingesetzt, wenn viele Löcher in kurzer Zeit erzeugt werden sollen. Perkussionsbohren eignet sich für kleine Lochdurchmesser oder große Tiefen. Trepanieren und Helixbohren erlauben beliebig große Durchmesser. Je mehr Pulse benötigt werden, desto länger ist die Bohrzeit.
 
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Einzelpulsbohren und Perkussionsbohren
Trepanierbohren
Helixbohren
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© 2007 TRUMPF, 02.11.2007