Ruhe, bitte!

Ein kleines Teil macht den großen Unterschied: Der Dichtungsdämpfer von KACO macht Schluss mit lauten Wasserpumpen.

Zwölf Laserschweißnähte fixieren den Dämpfer in der Gleitringdichtung mikrometergenau.
Zwölf Laserschweiß- nähte fixieren den Dämpfer in der Gleitringdichtung mikrometergenau.

Es jault. Es quietscht. Es pfeift. Eine lärmende Wasserpumpe steht einem kaputten Keilriemen in nichts nach. Im besten Fall genügt es, die Pumpe auszutauschen. Kommt es richtig hart, muss ein neuer Motor her. Dabei ist die Grundproblematik bekannt: Luft gerät in das Dichtsystem, wo eigentlich ausschließlich Kühlmittel sein sollte. Die Eigenschwingungen der Wasserpumpe können so als störender Luftschall abstrahlen. Falls dieses seltene Ärgernis auftritt, müssen sich die Autobauer mit Reklamationen  auseinandersetzen. Diese erreichen auch die Hersteller der Dichtsysteme wie das renommierte Unternehmen KACO.

 

Clevere Lösung

„Der Auslöser sind immer die Betriebsbedingungen im Motor. Die Dichtung kann noch so gut sein", erklärt der Leiter der Produktentstehung, Tobias Hoffmann. Auf den gesamten Motor kann ein Teilezulieferer natürlich fast keinen Einfluss nehmen. Die Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Einflussfaktoren sind ohnehin viel zu komplex, um die Entstehung von Schwingungen  ganz auszuschließen. „Nach heutigem Stand ist das schlicht unmöglich", bekräftigt der Leiter des Geschäftsbereichs AXIA-Dichtsysteme, Eckhard Ogaza. „Die Ursachen können wir also kaum bekämpfen, wohl aber die Symptome." Dafür ist nicht einmal ein großer Eingriff nötig: Die simple, aber gleichzeitig clevere Lösung ist ein Dämpfer - ein Edelstahlring mit mehreren winzigen Metallzungen.

Fertigungsleiter Helmut Baier integrierte den TruFiber in die bestehende Produktionslinie. Als Leiter der Produktentstehung sorgte Tobias Hoffmann für die richtige Balance des Dämpfers. Eckhard Ogaza verantwortet für KACO den Geschäftsbereich AXIA-Dic
Fertigungsleiter Helmut Baier integrierte den TruFiber in die bestehende Produktionslinie. Als Leiter der Produktentstehung sorgte Tobias Hoffmann für die richtige Balance des Dämpfers. Eckhard Ogaza verantwortet für KACO den Geschäftsbereich AXIA-Dichtsysteme

Warm statt laut    

KACO schweißt den Dämpfer in sein neues Dichtungssystem  CS 2 ANS ein - ANS steht für „Anti Noise Solution". Die Dichtung besteht aus mehreren Baugruppen. Die Metallzungen des Dämpfers ragen in einen Hohlraum zwischen den Einzelteilen. Dabei haben sie einen definierten Kontakt zur Außenwand. An der verschweißten Seite nimmt der Dämpfer die unerwünschten Schwingungen auf, wodurch die Zungen sich an der Wand reiben. Die gesamte Energie, die sich sonst zu Schall entwickeln würde, entlädt sich an dieser Stelle als Wärme. „Eine eigentlich naheliegende Lösung", merkt Eckhard Ogaza an.

 

Die richtige Balance  

Von der Idee zum Entwurf war es nicht weit, wohl aber bis zur Umsetzung. „Schon wenn das Teil geringfügig von den Toleranzen abweicht, können sich seine Eigenschaften entscheidend verändern", erklärt Fertigungsleiter Helmut Baier. Eine zu starke Reibung würde zwar die Schwingungen unterdrücken, könnte aber die Dichtfunktion beeinträchtigen. Zudem muss jede neue Komponente sich nicht nur perfekt in das modulare Konzept der KACO-Produkte einfügen, sondern auch in die vollautomatische Fertigungsstrecke. „Wir produzieren jährlich über 18 Millionen Wasserpumpendichtungen, da brauchen wir größtmögliche Geschwindigkeit und Prozesssicherheit", betont Baier. „Wir wussten schnell, dass wir auf das Laserschweißen setzen würden. Schließlich hatten wir schon gute Erfahrungen mit der Technik gemacht."

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