Schönschrift weltweit

Drei Markierlaser an drei Enden der Welt sollen mit gleichen Parametern ununterscheidbar gute Markierungen schreiben. Über einen einfachen Wunsch und die Herausforderung, ihn zu erfüllen.

Willi Hailer, zuständig für Lasermarkieren bei Endress+Hauser Wetzer GmbH + Co. KG zeigt, worum es ihm geht: Identische Produkte sollen identisch aussehen, egal wo sie im Fertigungsverbund hergestellt werden.
Willi Hailer, zuständig für Lasermarkieren bei Endress+Hauser Wetzer GmbH + Co. KG zeigt, worum es ihm geht: Identische Produkte sollen identisch aussehen, egal wo sie im Fertigungsverbund hergestellt werden.

Die Endress+Hauser Wetzer GmbH + Co. KG unterstreicht mit immer gleichbleibend präziser Beschriftung die innere Qualität ihrer Produkte auch äußerlich. Damit stand das Unternehmen allerdings 2005 vor einer echten Herausforderung, deren Lösung Willi Hailer - verantwortlich für die Laserbeschriftung - fast drei Jahre beschäftigte. Die Nachfrage aus Amerika und Asien stieg beständig, und bei Endress+Hauser gilt, dass eine Kundenbestellung innerhalb von 48 Stunden ausgeliefert wird. Daher beschloss die Geschäftsleitung, in Greenwood, USA, und Suzhou, China, neue Produktionsstätten zu errichten. Die Vorgabe dabei war, dass sich ihre Produkte von denen des Stammhauses in Qualität und Aussehen nicht unterscheiden.

Letzteres allerdings erwies sich als nicht möglich: Die unterschiedlichen Laser mit ihren Bedienern würden immer mehr oder minder abweichende Ergebnisse erzeugen. Doch in den im Ausland hergestellten Anlagen werden auch Komponenten aus Nesselwang verbaut. "a fallen unterschiedliche Beschriftungen schnell auf und erwecken leicht den Eindruck, hier würden Teile mit unterschiedlicher Qualität verwendet", erläutert Willi Hailer.

Herausforderung Fertigungsstreuung

Typisches Werkstück: Das Spektrum der Markierungen und Werkstoffe ist extrem breit. Eine wesentliche Herausforderung für eine zentrale, servergestützte Steue-rung aller Markierstationen.
Typisches Werkstück: Das Spektrum der Markierungen und Werkstoffe ist extrem breit. Eine wesentliche Herausforderung für eine zentrale, servergestützte Steue-rung aller Markierstationen.

Eine zentrale Lasersteuerung, die alle Layouts zusammen mit den Steuerungsinformationen kennt, sollte das Problem lösen. Doch der Plan kollidierte mit der sogenannten "Fertigungsstreuung": Die Leistung eines Strahls wird über die elektrische Leistung gesteuert, die in die Strahlquelle eingespeist wird. Jedoch nimmt die Intensität des Laserlichts nicht exakt in dem Maß ab, in dem die elektrische Energie heruntergeregelt wird. Bei halber elektrischer Leistung etwa liefert der Strahl nicht exakt die halbe Laserleistung. Der tatsächliche Wert liegt geringfügig über oder unter 50 Prozent.

Damit erzeugt der gleiche Parametersatz auf unterschiedlichen Maschinen leicht abweichende Schriftbilder. Das Phänomen ist bekannt und die Laserhersteller halten diese Streuung in - je nach Hersteller unterschiedlich - engen Bandbreiten. Das ist kein Problem, solange erfahrene Mitarbeiter die Stationen bedienen. Doch Hailer wollte mehrere Laser mit abweichenden Leistungskurven über fixe Parametersätze steuern. Außerdem wollte er den Verbund jederzeit erweitern oder Laser einfach ersetzen können.

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